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Full Description: Hallihallo! Gestern war ich tauchen!! Ich hatte Glueck, denn ein Freund hier, Kim, konnte mich umsonst mit auf das Boot nehmen, auf dem er arbeitet, sodass ich lediglich 20 Dollar reef tax bezahlen musste. Und nicht die unglaublichen 180 Dollar, die man hier sonst fuer 30 Minuten Tauchen laesst. Wir sind ungefaehr zwei Stunden mit dem Boot rausgefahren, bis wir Saxon Reef erreicht haben, ein Teil des Great Barrier Reefs. Mit an Bord ungefaehr 85 Touristen. Drei Viertel davon waren Asiaten. Die meisten von ihnen hatten tatsaechlich Gummistiefel und Regencapes an (bei 30 Grad) und ihre Iphones und riesen Kameras in wasserfeste Umhaengebeutel geschweisst (auf einer ellenlangen Segelyacht, die darauf ausgelegt ist, 70 Passagiere zwei Wochen lang in einzelnen Kabinen zu beherbergen!) Spaeter stellte sich heraus, was absolut keine Besonderheit ist, dass die Haelfte von ihnen gar nicht schwimmen kann oder pleotzlich Angst hatte, zu tauchen oder zu schnorcheln. Sodass die Mehrheit in grossen Schwimmringen auf der Wasseroberflaeche um das Boot rumgespaddelt ist, um von da aus froehlich das Boot zu fotografieren. Da waren Leute dabei...:) Bevor es ins Wasser ging, musste man aber quasi eine Unterrichtsstunde absolvieren, in der man lernt, wie man richtig mit seiner Maske atmet, wie man sich in Notfaellen verhaelt, inwiefern man seine Lunge und Trommelfell regulieren muss, was in Notfaellen zu tun ist, wie man sich bewegen muss, wenn ein Hai kommt, Zeichensprache unter Wasser, und und und... Nachdem ich das hinter mich gebracht hatte, durfte ich aber mit Kim alleine los, da er zugelassener Tauchlehrer ist und wurde keiner der zwoelf Gruppen zugeteilt-zum Glueck. Nachdem er mir meine Ausruestung angelegt hatte, war mir ein wenig mulmig, da ich mich ueberhaupt nicht mehr eigenstaendig bewegen konnte. Man bekommt irre viel Blei umgeschnuert, damit man nicht nach oben treibt, dazu die Tanks...Alles in allem habe ich 96kg und 260 g auf die Waage gebracht. Umso besser ist es dann, endlich im Wasser und das Gewicht los zu sein! Es ist irre ruhig da unten, ziemlich hell, was ich nicht erwartet hatte und alle Bewegungen sind langsam und ruhig. Es ist wie eine komplett andere Welt. Zuerst ist es schwer, den Druck auf Ohren und Lunge auszuhalten, aber daran gewoehnt man sich. Ich habe so unglaublich viele verschiedene Fische gesehen, Seegurken, Korallen. Muscheln und Schildkroeten halb so gross wie ich! Sogar zwei Haie, aber die sind sehr scheu, sodass ich leider kein Foto machen konnte. Alle anderen Lebewesen verhalten sich eher gegenteilig. Einige Fische starren ein richtig an und wundern sich, was da fuer ein riesengrosses blubberndes Wesen rumschwimmt. Und die Nemos in ihren Annemonen versuchen ihr Revier und vor allem ihre Babys zu verteidigen, indem sie immer wieder gegen die Brillenglaeser schwimmen. Bei meinem ersten Tauchgang musste ich erstmal viele Uebungen absolvieren, des Tauchens wegen. Bei meinem zweiten durfte ich eigenstaendig schwimmen und durfte bis zu 13 Meter tief gehen. Es gab ziemlich gutes Essen auf dem Boot. Fisch, frisch...und ein wenig geschnorchelt bin ich auch, was sich aber eher als unspektakulaer gestaltet, nachdem man tauchen war. Hab mir bei meinem zweiten Dive leider meine komplette linke Wade an einer Koralle aufgeschnitten. Tut ziemlich weh. War aber meine eigene Dummheit!! Und ist nicht mit dem eigentlichen Erlebnis, zu tauchen, aufzuwiegen. Nervt nur jetzt... Ansonsten haenge ich im Moment sehr in der Schwebe. Es laesst sich hier einfach keinen Job finden. Ich habe meinen Lebenslauf in der komplettem Stadt verteilt. Jedes Restaurant, Pub, Bar, Hotel...Ueberall liegt ein dicker Stapel voller Lebenslaeufe rum von arbeitswilligen Backpackern und der oberste wird bei Bedarf ausgewaehlt oder man kommt im richtigen Moment. Es ist pures Glueck. Ich habe jetzt eine Zusage fuer einen Nannyjob auf einer Farm, die gleichzeitig jemanden fuer ihre Pferde benoetigen. Eigentlich perfekt, aber ich muesste fast drei Monate dort bleiben. Das ist mir gemessen an sieben Monaten eigentlich zu lang. Und es faellt schwer, alle meine Freunde und Bekanntschaften hier in Cairns, fuer ein einsames Familienleben mit einem Ehepaar und 15 monatelalten Zwillingen zurueckzulassen... Zudem koennte ich als Snorkelguide auf dem Boot arbeiten, auf dem ich gestern war und koennte dabei meine Ausbildung zum Diving Instructor machen. Meine Ausbildungskosten wuerden von meinem Bootsgehalt abgezogen, sodass ich siebzig Dollar pro Tag bekaeme. So lala fuer austarlische Verhaeltnisse. Einiziger Haken hier ist, dass es vier Monate dauern wuerde. Danach ware es allderdings leicht einen Job zu finden, jedes Tauchunternehmen ist auf der Suche nach deutschsprachigen Lehrern. Vor allem auf Bali und Indonesien. Ich erwaege beides, aber sicher bin ich mir nicht. Ich gucke weiter nach Gelegenheitsjob. Meine dritte Option waere weiterzureisen. Inzwischen fuehle ich mich vollkommen in Australien angekommen. Und habe zum ersten Mal das Gefuehl, dass meine Zeit hier viel zu kurz ist!!Und meine Lebenszeit sowieso!!! Man wird reisewuetig! Man bekommt so viel erzaehlt, weil Leute von ueberall her anreisen, gerade zwei Jahre in Afrika waren, sich ueber Grenzen in Suedostasien gekauft haben, Neuseeland mit dem Pferd beritten... Und ich habe noch fast niemanden getroffen,der wieder zurueck nach Hause moechte. Fast alle Leute um mich herum traveln bereits seit drei oder fuenf Jahren und sagen, sie koennten sich nicht mehr richtig niederlassen in Europa oder Amerika oder wollen ganz einfach noch zu viel sehen. Was ich bis zu dieser Stelle ganz vergessen hab zu erzaehlen, ist, dass ich gestern ebenfalls einen Helicopterflug ueber das Reef gemacht habe. Es wurde mir ebenfalls angeboten und dann wollte ich nicht nein sagen. Heute morgen wollte ich mir die vielen Fotos und Videos anschauen, die ich gestern unter Wasser gemacht hab. Die Leute auf dem Boot haben sie mir auf eine CD gebrannt und mitgegeben. JETZT IST SIE WEG! UNAUFFINDBAR! Ich aergere mich schon den ganzen Morgen zur Hoelle! Versuche mich aber mit dem Gedanken zu troesten, dass das nicht mein letztes Taucherlebnis war. Genug geschrieben. Ich vermiss euch.

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